Weißer Gänsefuß (Chenopodium album L.)

letzte Aktualisierung 12.02.2017 - 22:34:21

Der Weiße Gänsefuß reagiert sehr plastisch auf Standortsunterschiede hinsichtlich der Form der Blätter.

Weißer Gänsefuß
Weißer Gänsefuß im Keimblattstadium (c) Mehrtens

Weißer Gänsefuß   
Chenopodium album L.

Familie
Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae)

Merkmale
Keimblätter: schmutzig-grün; lang; schmal; vorn abgerundet; oberseits mehlig bestäubt; unterseits rötlich
Stängel: stumpfkantig; aufrecht-ästig; später verholzt; bis zu 2 m hoch
Blätter: sehr variabel; oval bis dreieckig; lang gestielt; ungleich gezähnt; bläulich-grün; junge Blätter oberseits mehlig bestäubt
Blüten: klein und unscheinbar; weißlich-grün; in dichten blattachselständigen Knäueln; mehlig bestäubt
Samen: 200 - 20.000 je Pflanze; nat. Größe ca. 1 mm x 1 mm (L x B); im Boden sehr lange lebensfähig – über 100 Jahre

Lebenszyklus
Lebensdauer: sommereinjährig
Vermehrung: generativ
Keimzeit: hauptsächlich Spätfrühjahr
Blütezeit: Juli - Oktober

Verbreitung
Weltweit in der gemäßigten und subtropischen Zone verbreitet; häufig auch auf Schuttplätzen und an Wegen

Bedeutung
Der Weiße Gänsefuß ist die häufigste Unkrautart in Mais und kommt in allen Maisanbaugebieten in Deutschland vor. Die weite Verbreitung ist auf seine geringen Standortsansprüche, die starke Samenbildung und lange Lebensdauer der Samen im Boden zurückzuführen. Die Pflanze ist sehr konkurrenzstark (wurzelt bis 1 m tief) und schon geringe Dichten führen zu Ertragsausfällen. Der Weiße Gänsefuß ist gut mit Herbiziden bekämpfbar.

Anmerkungen

Der Weiße Gänsefuß reagiert sehr plastisch auf Standortsunterschiede hinsichtlich der Form der Blätter, des Blütenstands und Art der Verzweigung; unter ungünstigen Bedingungen kommen bereits kleine Pflanzen zur Blüte und bilden Samen. Er ist leicht zu verwechseln mit der Gemeinen Melde (Atriplex patula); ihre Keimblätter sind aber länger und unterseits grün und die Laubblätter sind häufig spießförmig.

In vielen Gegenden wird der Weiße Gänsefuß fälschlicherweise als Melde bezeichnet. In früheren Jahren, kam es durch die alleinige Anwendung von Triazin-Herbiziden zurAusbildung von Resistenz gegenüber dieser Herbizidgruppe. Durch die Langlebigkeit der Samen im Boden dürften noch Triazin-resistente Biotypen in den Populationen vorhanden sein; sie bereiten aber bei dem heute in Mais zur Verfügung stehenden Spektrum an Herbiziden kein Bekämpfungsproblem. Der Name Gänsefuß bezieht sich auf die Blätter, die in ihrer Form dem Fuß der Gans ähneln.

Weitere Gänsefuß-Arten
Neben dem Weißen Gänsefuß kommt häufig auch der Vielsamige Gänsefuß (Chenopodium polyspermum L.) vor; typisch der rote Blattrand. Vereinzelt treten auch der Feigenblättrige Gänsefuß (Chenopodium ficifolium SM.) und der Bastard-Gänsefuß (Chenopodium hybridum L.) auf. 
Pflanzenschutzmittel gegen Weißer Gänsefuß (Chenopodium album L.)
Tags:

Weißer Gänsefuß

 

Triazin-Herbizide

 

Triazin-resistente Biotypen

 

Feigenblättriger Gänsefuß

 

Vielsamiger Gänsefuß

 

Chenopodiaceae

 

CHEAL

 

Herbizidresistenz

 

Dikotyle

 

Gänsefußgewächse

 

Gänseguß-Arten

 

Bastard-Gänsefuß

 

Chenopodium album

 
Bilderserie
Weißer Gänsefuß: Keimblätter mit typisch rötlichem Blattgrund
Weißer Gänsefuß: Keimblätter mit typisch rötlichem Blattgrund
(c) Mehrtens
Weißer Gänsefuß im 4-Blattstadium
Weißer Gänsefuß im 4-Blattstadium
(c) Mehrtens
Weißer Gänsefuß: Junge Pflanze
Weißer Gänsefuß: Junge Pflanze
(c) Mehrtens
Ausgewchsene Pflanzen des Weißen Gänsefußes können bis zu 2 m Höhe erreichen.
Ausgewchsene Pflanzen des Weißen Gänsefußes können bis zu 2 m Höhe erreichen.
(c) Mehrtens
Blütenstand des Weißen Gänsefußes
Blütenstand des Weißen Gänsefußes
(c) Mehrtens
Massenauftreten von Weißem Gänsefuß in Mais
Massenauftreten von Weißem Gänsefuß in Mais
(c) Mehrtens
Vielsamiger Gänsefuß mit typischem roten Blattrand
Vielsamiger Gänsefuß mit typischem roten Blattrand
(c) Mehrtens
Vielsamiger Gänsefuß: Junge Pflanze
Vielsamiger Gänsefuß: Junge Pflanze
(c) Mehrtens
Feigenblättriger Gänsefuß
Feigenblättriger Gänsefuß
(c) Mehrtens
Bastard-Gänsefuß
Bastard-Gänsefuß
(c) Mehrtens