Zurückgebogener Amarant (Amaranthus retrofluxus L.)

letzte Aktualisierung 12.02.2017 - 18:03:55

Die lange Anwendung von Triazin-Herbiziden führte zur Selektion resistenter Biotypen gegenüber dieser Herbizidgruppe. Durch die hohe Samenproduktion und die Langlebigkeit der Samen ist der Samenvorrat im Boden nicht leicht zu erschöpfen.

Zurückgebogener Amarant
Die Pflanze ist deshalb trockenheitstolerant und ein starker Konkurrent um Wasser und Nährstoffe. (c) Mehrtens

Zurückgebogener Amarant, Rauhaariger Amarant, Zurückgekrümmter Fuchsschwanz (Amaranthus retrofluxus L.)

Familie
Amarantgewächse (Amaranthaceae)

Merkmale
Keimblätter: länglich-oval bis spatelförmig; deutlich gestielt; unterseits meist rötlich überlaufen
Stängel: aufrecht; einfach oder verzweigt; hellgrün bis rötlich; flaumig-zottig behaart; bis 2 m hoch
Blätter: wechselständig; eiförmig bis spatelförmig; an der Spitze oft etwas gebuchtet; ganzrandig; lang gestielt; unterseits häufig rötlich-violett überlaufen
Blüten: klein und unscheinbar; Blütenknäuel zu dichten, grünlichen, oft überhängenden Scheinähren zusammengedrängt; Blütenhülle zuweilen mit Stachelspitzchen, daher stechend
Samen: 1.000 - 5.000 Samen je Pflanze; bei solitären Exemplaren mehrere hunderttausend je Pflanze möglich; nat. Größe ca. 1 mm x 1 mm (L x B); im Boden sehr lange lebensfähig – über 40 Jahre

Lebenszyklus

Lebensdauer: sommereinjährig
Vermehrung: generativ
Keimzeit: spätes Frühjahr bis Sommer
Blütezeit: Juli - September

Verbreitung
In der gemäßigten und subtropischen Zone verbreitet; in Deutschland sich weiter ausbreitend

Bedeutung
Der Rauhaarige Amarant ist ein typisches Unkraut in Hack- und Gemüsekulturen wärmerer Regionen; tritt dort häufig bestandesbildend auf. Er besitzt ein über 1 m tief reichendes und stark verzweigtes Wurzelsystem. Die Pflanze ist deshalb trockenheitstolerant und ein starker Konkurrent um Wasser und Nährstoffe. Durch die hohe Samenproduktion und die Langlebigkeit der Samen ist der Samenvorrat im Boden nicht leicht zu erschöpfen.

Anmerkungen
Der Rauhaarige Amarant reagiert sehr plastisch: unter ungünstigen Bedingungen Zwergwuchs und sehr frühe Blütenbildung, unter günstigen Bedingungen Bildung großer Exemplare. Die Art wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts nach Europa eingeschleppt. Sie wird durch den Maisanbau gefördert. Die lange Anwendung von Triazin-Herbiziden führte zur Selektion resistenter Biotypen gegenüber dieser Herbizidgruppe. Die Bezeichnung Fuchsschwanz bezieht sich auf den Fruchtstand, der an den Schwanz eines Fuchses erinnert. Typisch ist die rötliche Farbe der Hauptwurzel (englischer Trivialname: redroot pigweed). Vertreter aus der Familie der Amarantgewächse werden als Pseudocerealien kultiviert.

Weitere Arten
Grünlicher Amarant (Amaranthus lividus L.)
Pflanzenschutzmittel gegen Zurückgebogener Amarant (Amaranthus retrofluxus L.)
Tags:

AMARE

 

Triazin-Herbizide

 

Amaranthus lividus

 

redroot pigweed

 

Amaranthus retrofluxus

 

Rauhaariger Amarant

 

Grünlicher Amaranth

 

Herbizidresistenz

 

Zurückgekrümmter Fuchsschwanz

 

Zurückgebogener Amarant

 

Dikotyle

 

Resistente Biotypen

 

Neophyten

 
Bilderserie
Blütenstand des Zurückgekrümmten Amaranths
Blütenstand des Zurückgekrümmten Amaranths
(c) Mehrtens
Grünlicher Amaranth im 3-4-Blattstadium
Grünlicher Amaranth im 3-4-Blattstadium
(c) Mehrtens
Grünlicher Amaranth mit typisch rötlichem Blattgrund
Grünlicher Amaranth mit typisch rötlichem Blattgrund
(c) Mehrtens
Nadelförmige Blattspitze des Grünlichen Amaranths
Nadelförmige Blattspitze des Grünlichen Amaranths
(c) Mehrtens
Fruchtstand des Grünlichen Amaranths
Fruchtstand des Grünlichen Amaranths
(c) Mehrtens